|Presse-Mitteilung

Zugausfälle rund um Mainz

Schlecht geplante Baustellen, Umleitungstrecke nach Entgleisung gesperrt, schadhafte Schwellen bringen das Ersatzkonzept in Schieflage: ZÖPNV fordert einen kurzfristig umzusetzenden ´Dreiklang´ bei den Baustellen rund um Mainz Wann und wie entschuldigt sich die DB bei den Kundinnen und Kunden? Herausgeber: ZÖPNV Rheinland-Pfalz Süd

„Schlecht geplante Baustellen, die einzige Umleitungstrecke ist nach der Entgleisung bei Hattersheim gesperrt, in Ingelheim bringen schadhafte Schwellen das Ersatzkonzept schon wieder in eine Schieflage: Die DB InfraGO ist auf dem besten Wege, den Schienenverkehr für Mainz und Rheinhessen zu demolieren. Wir haben vor dem Jahreswechsel eine Notbremse gefordert (Red. Hinweis: PI 57 vom 10. Dezember). Was jetzt passiert bestätigt uns darin, dass der Umfang so nicht beherrschbar ist. Wir brauchen jetzt keine sog. ´Stakeholderveranstaltungen´, bei denen häppchenweise die Grausamkeiten der jeweils nächsten drei Monate verkündet werden, sondern eine gute Planung, Ehrlichkeit und Transparenz. Und nicht erst irgendwann, sondern jetzt“, erklärt Verbandsdirektor Michael Heilmann vom Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd angesichts der aktuelle Misere im Schienenverkehr rund um Mainz.

Die aktuelle Situation nach der Entgleisung bei Hattersheim mache deutlich, dass die Bahnverbindung zwischen den Großstädten Mainz, Wiesbaden und Frankfurt/M nicht nur an einen seidenen Faden hängen darf. Bei Baumaßnahmen mit mehreren Tagen Dauer muss es einen Plan B geben, falls die Ausweichstrecke gestört wird. Die derzeitige Situation, dass es mehrere Tage – Prognose der DB spricht vom 23. Januar - keinen Zugverkehr zwischen Frankfurt und Mainz gibt, ist völlig inakzeptabel.

Hinzu komme die kritische Situation Ingelheim. „Zunächst musste wegen schadhafter Schwellen im Dezember das Gleis 1 gesperrt werden. Jetzt können die Züge nicht über Gleis 2 fahren, weil dort wieder Schwellen schadhaft sind. Dies hat zur Folge, dass alle Züge Richtung Bingen und Bad Kreuznach dort nicht halten können. ´Reisende müssen entweder mit dem Zug nach Gau Algesheim fahren und von dort mit einem anderen Zug wieder nach Ingelheim zurück oder gleich den Bus von Mainz nach Ingelheim nehmen – ein unhaltbarer Zustand, der laut ersten Prognosen der DB InfraGO bis einschließlich kommenden Montag, d.h. den 26.01.2026 (!) andauern soll.

Nach Auffassung der Geschäftsstelle des ZÖPNV Süd stellt sich jetzt ganz klar die Frage nach der Vorbereitung und der Verantwortung: Wurde denn die Infrastruktur am linken Rhein ausreichend geprüft, ob sie den Belastungen während der Bauphase standhält? Was bedeutet dies für die fünf Monate während der Sperrung der Rechten Rheinstrecke ab Juli dieses Jahres, wenn wegen solcher Überraschungen dann plötzlich auch die linke Rheinstrecke nicht mehr voll belastbar sein würde?

„Die Baustellensituation ist aus dem Runder gelaufen. Was muss noch passieren, bis hier jemand die Notbremse zieht?“ macht Verbandsdirektor Heilmann deutlich und ergänzt: „Wieder viel mehr ´Bauen unter dem rollenden Rad´ muss geprüft werden. Der DB Konzern hat es nahezu verlernt, bei laufenden Betrieb zu bauen. Früher war es oberstes Gebot, dass so viel wie möglich Züge trotz Baumaßnahmen fahren können. Heute sind selbst wegen Kleinstmaßnahmen, wie z.B. dem Bau von Kabelkanälen für das neue Stellwerk in Mainz Vollsperrungen notwendig. Dies ist für die Kunden unzumutbar“.

Der ZÖPNV fordert deshalb einen kurzfristig umzusetzenden ´Dreiklang´ im Umgang mit den Baustellen rund um Mainz und am linken Rhein:

1. Sofortige Überarbeitung der Baustellenplanung, um unverhältnismäßige Angebotsverschlechterungen möglichst zu vermeiden und in eine beherrschbare Betriebsführung überführen.

2. Eine ehrliche, transparente Darstellung dessen, was die Fahrgäste in den nächsten vier Jahren erwartet. Die DB InfraGO weiß sehr genau, welche Projekte auf der Agenda stehen und muss in den ergebnisoffenen Dialog mit der Region treten, wie dies umgesetzt werden kann.

3. Eine umfassende Entschuldigungsaktion. Die aktuellen und künftigen Zumutungen sind zu groß. Wir sind auf die Vorschläge der DB gespannt - so denn welche kommen.