|Presse-Mitteilung

Weiterhin Behinderungen auf der linken Rheinstrecke – wird das schadhafte Gleis in Ingelheim wirklich bis zum Rosenmontag repariert?

Und immer noch keine Entschuldigung bei den Kundinnen und Kunden Herausgeber: ZÖPNV Rheinland-Pfalz Süd

Das Drama der Störungen am linken Rhein geht in die Verlängerung: Zuerst werden in Gleis 2, dem Bahnsteiggleis Richtung Bingen, schadhafte Schwellen entdeckt, das Gleis gesperrt. Reisende mussten zunächst in Heidesheim oder Gau Algesheim aus- oder einsteigen.

Um das Gleis 2 instand zu setzen, wurden durch die DB InfraGO dann in Ingelheim die beiden Gleise 2 und 3 vom 31.01. an gesperrt, was dazu führte, dass die Betriebsqualität ins Bodenlose gefallen ist und nur noch zwei SPNV-Züge pro Stunde und Richtung verkehren konnten. Diese waren dann zu oft hoch verspätet.

Eigentlich sollte am 5.2.26 um 5.00 Uhr in der Früh alles wieder instandgesetzt sein.

Dann wird die Zeit der Reparatur verlängert. Die Stopfmaschine (damit wird der Schotter des überarbeiteten Gleises verdichtet, um die nötige Stabilität des Gleises für die schweren Züge zu erreichen) hatte einen Defekt. Anschließend hat die DB grundlegende Schäden entdeckt. Nun ist das Gleis 2 wieder gesperrt und die Züge in Richtung Norden fahren an Ingelheim vorbei.

Die DB InfraGO hat alles dafür getan, um die in den bisherigen Verlautbarungen geäußerten Sorgen und Befürchtungen zu bestätigen. Die Einschränkungen für Ingelheim bestehen also fort, einschließlich des Fasnachtswochendes.

Das Gleis soll am Fasnachtssonntag repariert(!) freigegeben werden: Mit zielgenauer Präzision will man nun, am Rosenmontag, die Halte am Bahnhof Ingelheim wieder einrichten. Es sind Zweifel berechtigt, ob dies wirklich so eintreten wird.

Gleichzeitig tauchen Presseberichte auf, die folgendes nahelegen (Quelle: AZ vom 06.02.2026, online abrufbar unter https://www.allgemeine-zeitung.de/wirtschaft/wirtschaft-hessen-und-rheinland-pfalz/bahn-kuendigt-baupause-fuer-die-fastnachtstage-an):

1. Die Deutsche Bahn habe „jedenfalls für den Höhepunkt der Fastnachtskampagne eine Pause für die Bauarbeiten rund um den Mainzer Bahnknoten angekündigt“

Leider steht derzeit nachts und am Fastnacht-Wochenende zwischen Ingelheim/Uhlerborn und Mainz nur ein Gleis zur Verfügung. Hierzu bitte die Meldung vom Nachmittag der DB beachten, die mit dem ZÖPNV und den Verkehrsunternehmen hinsichtlich der Angaben zu den Ersatzkonzepten abgestimmt ist und endlich deutlich macht, dass an Fastnacht eben keine Baufreiheit herrscht, sondern Züge ausfallen müssen. Daran, dass die DB diese Meldung kurzfristig versendete, ist der ZÖPNV nicht ganz unbeteiligt. (vgl. Instandhaltungsarbeiten in Ingelheim dauern an: Gleis 3 steht wieder für durchfahrende Züge zur Verfügung)

2. Wie lange die Bauarbeiten noch laufen, kann die Bahn derzeit nicht sagen. „Die Verkehrskonzepte ab dem 5. März und im weiteren Jahresverlauf sind derzeit noch in der Abstimmung mit den beteiligten Eisenbahnen, Zweckverbänden und Aufgabenträgern“, berichtet eine Bahn-Sprecherin in Frankfurt. Sobald diese ausgearbeitet seien, werde die Bahn informieren.

Dies Formulierung suggeriert, die DB als die die Behinderungen auslösende Stelle kümmere sich um die Ersatzverkehre. Die Konzepterarbeitung bezüglich der Ersatzverkehre wird jedoch vom Zweckverband ÖPNV koordiniert, der die Grundstruktur der Konzepte auch vorgibt. Es ist dem Engagement der drei Verkehrsunternehmen zu verdanken, dass überhaupt – trotz der nur chaotisch zu nennenden Rahmenbedingungen – Ersatzverkehre durchgeführt werden können. Derzeit versuchen die drei Unternehmen, die Fahrgastinformationen kurzfristig in die Online-Auskunftssysteme zu integrieren. Nach dem Regelprozess des Dateneingabe würden die Informationen erst kommenden Mittwoch erscheinen, die Anforderung ist aktuell, wenigstens für den kommenden Montag die Informationen abrufen zu können. DB InfraGO ist an diesen mühsamen Arbeiten nicht beteiligt und auch gar nicht in der Lage, diese zu leisten.

3. „Nach einer Übersicht der Bahn wird es mindestens bis in den Winter 2026 Einschränkungen geben“.

Auch im Jahr 2027 soll es den vorliegenden Informationen zufolge deutliche Einschränkungen geben, unter anderem als Vorbereitung der für 2028 geplanten monate- und nochmals anschließenden wochenlangen Totalsperrungen zwischen Mainz, Koblenz und Köln. Die Geschäftsstelle des ZÖPNV wird die vorliegenden Informationen in Kürze auswerten und der DB InfraGO zur Stellungnahme vorlegen.

Letztlich ist festzuhalten: Verlässlichkeit sieht anders aus. Vor allem die Kunden baden dieses – zurückhaltend formuliert - Durcheinander aus. Der Imageschaden dürfte groß sein. An eine umfassende Entschuldigungsaktion denkt der Konzern offenkundig nicht. Die aktuellen und künftigen Zumutungen scheinen sich zur neuen Normalität zu entwickeln.