Schwellenwechsel im Bahnhof Ingelheim - Baustellensituation verschärft sich auf der linken Rheinstrecke weiter
Die DB hat den Ernst der Lage offenkundig noch nicht verstanden Beim Notfallkonzept für den Schwellenwechsel in Ingelheim verlangt die DB InfraGO drastische Zugstreichungen zugunsten Fern- und Güterverkehr Von Entschuldigung bislang keine Spur zu sehen Herausgeber: ZÖPNV Rheinland-Pfalz Süd
Kaiserslautern/Mainz
Wegen der kürzlich entdeckten schadhaften Schwellen im Bahnhof Ingelheim und deren nun notwendigem Austausch wird die DB InfraGO den Verkehr auf der linken Rheinstrecke drastisch einschränken. Für diese Reparaturen veranschlagt die DB InfraGO den Zeitraum von Samstag, 31.01.2026 6.00 Uhr bis Donnerstag, 05.02. 2026 5.00 Uhr.
Der, auf Basis einer Videokonferenz am 28. Januar, zwischen dem Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd und den drei Eisenbahnverkehrsunternehmen DB Regio, Vlexx und Trans Regio abgestimmte Notfahrplan sah vor, das bisher bekannte, baustellenbedingte Konzept im Grundsatz weiterzufahren.
Nun beruft sich die DB InfraGO auf eine regulatorische Vorgabe, wonach ein sogenannter „Verkehrsartenmix“ sie dazu zwinge, nur zwei Linien im Schienenpersonennahverkehr pro Stunde zuzulassen, alle restlichen Trassen müssten dem Güterkehr und dem Fernverkehr zur Verfügung gestellt werden.
„Es ist schon überraschend, dass der sogenannter „Verkehrsartenmix“ auch für einen Havariefall Vorrang haben soll“, so Michael Heilmann, Verbandsdirektor des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd. Damit können pro Stunde nur zwei Züge pro Richtung von und nach Mainz verkehren. Dies werden von Montag, 2.2.26 bis Donnerstag, 5.2.26 5.00 Uhr die RB 26 und der RE 3 sein. Damit muss das Angebot insgesamt mehr als halbiert werden, selbst im Berufsverkehr. Am Wochenende, d.h. am 31.01.26 und 01.02.26 verkehren die Züge der RE 3 und der RB 33.
Das ´Sahnehäubchen´ ist jedoch die Tatsache, dass die RB 33 von Montag bis Mittwoch nicht bis Gau Algesheim fahren kann und in Bad Kreuznach enden muss. Nach Aussage der DB InfraGO habe man habe dort kein freies Gleis zum Wenden der Züge – die Fahrgäste müssen deshalb mit Bussen bis nach Mainz gefahren werden. Die Zumutungen gegenüber den Kunden im Nahverkehr werden aus Sicht des ZÖPNV Süd damit unverhältnismäßig erhöht.“
Nach Auffassung des ZÖPNV wäre zur Krisenbewältigung mehr Flexibilität möglich und nötig. Aber die DB InfraGO reagiert auf eine Krise mit einem formalen Vorgehen und hat offenkundig erst gar nicht den Versuch gestartet, einen pragmatischen Ausgleich zwischen den Verkehrsunternehmen herbeizuführen. Davon haben die Kunden nichts. Und von einer Entschuldigung durch die InfraGO ist bislang auch noch nichts zu sehen. Das ist die traurige Realität.
„Wir vermissen bei der DB die Einsicht, dass sie die Komplexität am linken Rhein nicht in der nötigen Weise im Griff hat. Und das gleiche Unternehmen will uns im Jahr 2028 in das Abenteuer eine Komplettsperrung von Mainz bis Köln zwingen. Das kann so nicht funktionieren und auch hier erwarten wir die Einsicht bei der DB, dass Sie das den Kunden nicht zumuten kann“, erklärt Michael Heilmann abschließend.