|Presse-Mitteilung

Michael Hauer: „Leistungsfähige, grenzüberschreitende Mobilitätsangebote auf Straße und Schiene stärken“

Grenzüberschreitende Mobilität weiter vorantreiben: Partner konkretisieren nächste Schritte für bessere Schienenanbindung zwischen Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg Herausgeber: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität

„Keine andere Region der Europäischen Union zählt so viele Grenzgängerinnen und Grenzgänger wie die Großregion Rheinland-Pfalz, Saarland und Luxemburg. Im Jahr 2024 pendelten 276.360 Menschen täglich über nationale Grenzen hinweg – allein 38.020 davon aus Rheinland-Pfalz nach Luxemburg. Diese enge wirtschaftliche und gesellschaftliche Verflechtung erfordert leistungsfähige, grenzüberschreitende Mobilitätsangebote auf Straße und Schiene“, sagte Mobilitätsstaatssekretär Michael Hauer anlässlich eines Treffens von Vertretern aus Luxemburg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz in Trier, um über die weiteren Schritte zur Verbesserung der Verkehrsverbindungen – insbesondere im Schienenverkehr – zu sprechen. Ziel sei es, die Anbindung der Region strategisch weiterzuentwickeln und insbesondere das Saartal mit den Städten Konz und Saarburg künftig besser an Luxemburg anzubinden.

Bereits heute starke Investitionen in der Region

Mit dem Landesnahverkehrsplan (LNVP), der im Dezember 2025 als Rechtsverordnung erlassen wird, schafft Rheinland-Pfalz ein zentrales Planungsinstrument für einen landesweit abgestimmten und verlässlichen ÖPNV. Regionale Buslinien sowie der Schienenpersonennahverkehr wurden als Mindestbedienangebot definiert und werden vollständig durch das Land finanziert. Für die Jahre 2025 und 2026 stellt das Mobilitätsministerium hierfür insgesamt rund 45 Millionen Euro bereit.

Auch das Busangebot wurde in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet: Mittlerweile werden 142 regionale Buslinien vollständig durch das Land Rheinland-Pfalz finanziert – darunter mehrere grenzüberschreitende Linien nach Luxemburg. Seit dem 1. Januar 2025 wird zudem das Deutschlandticket auf den grenzüberschreitenden, vom Großherzogtum finanzierten RGTR-Buslinien anerkannt. Fahrgäste benötigen damit nur noch ein Ticket für Fahrten in Deutschland und auf dem Weg nach Luxemburg.

Im Schienenverkehr wurden ebenfalls bedeutende Fortschritte erzielt: Seit März 2025 wird die reaktivierte Trierer Weststrecke mit zwei RB-Linien pro Stunde bedient; weite Teile der Stadt Trier verfügen damit über eine neue stündliche Direktverbindung nach Luxemburg. Zudem ist mit dem Ausbau der Eifelstrecke perspektivisch ein zweistündlicher Regional-Express von Köln über Trier nach Luxemburg vorgesehen. Die Strecke wird derzeit elektrifiziert. Ein weitergehender punktueller zweigleisiger Ausbau soll durch eine gemeinsame Absichtserklärung der Partner flankiert werden.

Studie bestätigt grundsätzliche Machbarkeit einer Direktverbindung

Bereits am 6. Februar wurde eine gemeinsame Machbarkeitsstudie von Luxemburg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz und der Region Grand Est vorgestellt. Sie untersucht die Realisierbarkeit einer direkten Bahnverbindung zwischen Luxemburg, Saarbrücken und Mannheim.

Die Studie bestätigt die grundsätzliche Umsetzbarkeit einer solchen Verbindung – sowohl als punktuelle Fernverkehrslösung als auch als regelmäßige, schnelle Regionalverbindung über Wasserbillig, Konz und Saarburg. Zugleich werden jedoch erhebliche technische, infrastrukturelle, rechtliche und insbesondere finanzielle Herausforderungen benannt. Eine Realisierung kann daher nur schrittweise erfolgen.

Als regelmäßige Regionalverkehrsverbindung wäre eine Direktverbindung realistischerweise frühestens ab Mitte der 2030er Jahre möglich. Voraussetzung sind unter anderem infrastrukturelle Verbesserungen sowie eine gesicherte Finanzierung.

Erneute Beratungen in Trier: Fokus auf Saartal und regionale Anbindung

Beim Folgetreffen am 4. März stand insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie das Saartal – vor allem die Städte Konz und Saarburg – künftig besser an Luxemburg angebunden werden kann. Während eine umsteigefreie Bahnverbindung derzeit noch langfristige Perspektive ist, bestehen heute bereits direkte Busverbindungen, zum Beispiel zwischen Konz/Saarburg und Luxemburg, beziehungsweise eine SPNV-Verbindung mit Umstieg in Trier Hbf.

Die Partner verständigten sich darauf, parallel zur langfristigen Perspektive im Regionalverkehr auch kurzfristigere Optionen vertieft zu prüfen. Dazu zählen insbesondere punktuelle Fernverkehrsverbindungen oder die mögliche Verlängerung bestehender Fernverkehrszüge von Saarbrücken nach Luxemburg. Hierfür soll gezielt der Austausch mit potenziellen Betreibern gesucht werden.

Einigkeit bestand darüber, dass bei einer Führung der Verbindung über Rheinland-Pfalz die Halte in Konz und Saarburg zwingend zu bedienen und gute Anschlüsse in Richtung Trier sicherzustellen sind. Es werden weitere regelmäßige Arbeitstreffen hierzu folgen.