Korridorsanierung rechte Rheinstrecke
Barrierefreiheit an den Bahnhöfen Neuwied und Engers
Im Zuge der Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke vom 10. Juli bis 12. Dezember 2026 werden die Bahnhöfe entlang der Strecke von DB InfraGO modernisiert und barrierefrei ausgebaut. In diesem Zusammenhang wird derzeit öffentlich über die Bahnsteighöhen in Neuwied und Engers diskutiert.
Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) hatte sich gemeinsam mit den Partnern in Nordrhein-Westfalen für Bahnsteige mit einer Höhe von 76 Zentimetern entlang der rechten Rheinstrecke intensiv eingesetzt. Die Prüfung der Umsetzbarkeit erfolgte durch DB InfraGO. „Für uns war und ist wichtig, dass die Stationen entlang der rechten Rheinstrecke attraktiv und barrierefrei gestaltet werden. Deshalb haben wir uns für Bahnsteige mit einer Höhe von 76 Zentimetern eingesetzt. Die abschließende Prüfung der technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen liegt jedoch bei DB InfraGO, die die Planung und Umsetzung der Infrastrukturmaßnahmen und die konkrete Ausgestaltung der Bahnsteiganlagen verantwortet“, sagt der Verbandsvorsteher des SPNV-Nord, Landrat Achim Hallerbach.
Nach Angaben von DB InfraGO ist ein Ausbau auf 76 Zentimeter aufgrund der besonderen Anforderungen der Strecke nicht an allen Stationen möglich. Die rechte Rheinstrecke ist Teil eines wichtigen Güterverkehrskorridors und wird auch für Transporte mit Lademaßüberschreitungen genutzt, beispielsweise Großtransformatoren oder andere überdimensionale Transportgüter. Um diese Verkehre sicher durchführen zu können, gelten entlang der Strecke besondere infrastrukturelle Anforderungen. Auf diesen Strecken sind Zwangspunkte (wie Bahnsteige) so angepasst, dass Züge ohne Kollisionsgefahr passieren können. Deswegen dürfen Bahnsteige, an denen diese besonderen Gütertransporte vorbeimüssen, eine Höhe von 55 Zentimetern nicht überschreiten.
Der Bahnhof Neuwied wurde bereits 2014 modernisiert und verfügt über Bahnsteige mit einer Höhe von 55 Zentimetern. Nach Informationen der DB InfraGO ist ein erneuter Umbau der bestehenden Anlagen im Rahmen der Korridorsanierung nicht vorgesehen. In Neuwied werden die Bahnsteige nicht umgebaut. Am Bahnhof Engers werden unter anderem neue Aufzüge sowie weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit umgesetzt. Hier wird die Bahnsteighöhe von 38 Zentimetern auf 55 cm angehoben.
Die in Engers aktuell haltenden Züge habe allesamt einen Ausstieg auf der Höhe von 76 cm. Zur Sicherstellung der Barrierefreiheit an den Stationen unabhängig von der Bahnsteighöhe kommen Fahrzeuge mit entsprechenden Einstiegshilfen und Rampensystemen zum Einsatz, so dass mobilitätseingeschränkte Menschen, Rollstuhlfahrer*innen, Reisende mit Kinderwagen sowie ältere Fahrgäste nach der Korridorsanierung die Bahnhöfe zuverlässig nutzen können.
„Die aktuell verwendeten Fahrzeuge sind nicht mehr die jüngsten, deswegen ist es absehbar, dass in einigen Jahren neue Fahrzeuge zum Einsatz kommen müssen. Wir wollen dann gerne eine technische Innovation der Fahrzeugindustrie nutzen, so dass in einem bestimmten Wagen an einer Tür ein Einstieg auf 55 cm und an der anderen Türe ein Einstieg von 76 cm vorhanden ist“, blickt Verbandsdirektor Thorsten Müller in die Zukunft. „Ob im anstehenden Interimsvertrag ab Dezember 2028 dies schon umgesetzt werden kann, befindet sich in der Abstimmung.“
Herausgeber: SPNV-Nord