Katrin Eder: „Die Sicherheit der Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter hat jetzt oberste Priorität“
Mehr Sicherheit im Bahnverkehr: Rheinland-Pfalz setzt auf zusätzliches Personal und Bodycams Herausgeber: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität
Mobilitätsministerin Katrin Eder hat im Anschluss an einen Runden Tisch zum Thema „Sicherheit im Schienenpersonennahverkehr“ ein Sicherheitspaket angekündigt. „Die Sicherheit von Zugbegleiterinnen und Zugbegleitern sowie der Fahrgäste hat für das Land Rheinland-Pfalz höchste Priorität“, erklärte sie. Katrin Eder kündigt an, zusätzliches Sicherheitspersonal in Zügen gezielt einzusetzen sowie den Einsatz von Bodycams im Bahnverkehr auszuweiten. An dem Runden Tisch nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften, der Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, der Zweckverbände, der Verkehrsverbünde und der Deutschen Bahn teil, um nach Lösungen und Wegen für mehr Sicherheit im Bahnverkehr zu suchen.
„Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter leisten tagtäglich einen unverzichtbaren Dienst für unsere Gesellschaft – oft unter schwierigen Bedingungen. Sie verdienen bestmöglichen Schutz. Deshalb setzen wir jetzt klare Schwerpunkte: Wir machen uns für mehr sichtbares Personal in den Zügen und den verstärkten Einsatz von Bodycams stark“, betonte Ministerin Eder.
Das Land will zusätzliches Sicherheitspersonal in den Zügen ermöglichen. Eine personelle Verstärkung beispielsweise durch Doppelbesetzungen soll insbesondere dort erfolgen, wo es häufiger zu Konfliktsituationen kommt – etwa zu bestimmten Zeiten, auf bestimmten Linien oder an bekannten „Hotspots“. Die konkrete Umsetzung erfolgt in Abstimmung mit Verkehrsunternehmen und Betriebsräten. Hier wird mehr Flexibilität in der Personalplanung ermöglicht. Dies haben die Zweckverbände zugesagt.
Parallel dazu sollen mehr Bodycams zum Einsatz kommen. Bereits 2019 setzte die MittelrheinBahn Bodycams in einem Modellversuch bei ihrem Fahrgastbegleitpersonal ein. Seit 2024 testet zudem die DB Regio in der Pfalz und im Rhein-Neckar-Raum den Einsatz von Bodycams. Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Bodycams wirken deeskalierend, erhöhen die Hemmschwelle für Übergriffe, dienen im Ernstfall als Beweismittel und stärken zugleich das subjektive Sicherheitsgefühl der Beschäftigten. Das Mobilitätsministerium steht hierbei bereits im Austausch mit den zuständigen Datenschutzstellen, um praktikable und rechtssichere Lösungen für eine perspektivisch möglichst flächendeckende Ausweitung umzusetzen.
Für beide Maßnahmen – mehr Personal und mehr Bodycams – sind Mittel in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags vorgesehen. „Die Sicherheit der Beschäftigten ist zentral. Wir sind bereit, dafür auch zusätzliche finanzielle Mittel in die Hand zu nehmen“, so Eder.
Hintergrund der Maßnahmen ist eine insgesamt angespannte Situation im Bahnverkehr. Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter stehen nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz weiterhin unter Schock. Sie leisten als erste Ansprechpartner für Fahrgäste tagtäglich sehr wichtige Arbeit. Verspätungen und Baustellen führen dabei immer wieder zu Frust bei Fahrgästen, den sie oft stellvertretend abbekommen, obwohl sie ihn nicht verursacht haben.
Sicherheit im Bahnverkehr ist dabei nicht nur ein Mobilitätsthema, sondern berührt auch Fragen der Sicherheit in den Zügen ebenso wie an den Bahnhöfen, für die die Bundespolizei zuständig ist. Hier erhofft sich die rheinland-pfälzische Mobilitätsministerin unterstützende Maßnahmen beim angekündigten Sicherheits-Gipfel auf Initiative der Deutschen Bundesbahn am Freitag.
Katrin Eder betonte zugleich die Rolle des Bundes: „Die Länder leisten bereits erhebliche Beiträge, um den Bahn- und Busverkehr aufrechtzuerhalten. Deshalb unterstütze ich ausdrücklich das gemeinsame Anliegen aller Länder, über die Verkehrsministerkonferenz eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel zu erreichen.“