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Mehr Komfort, mehr Klimaschutz!

Im Pfalznetz startet eine neue Phase der klimafreundlichen Mobilität: Ab Juni 2026 werden auf den Bahnstrecken der Süd- und Westpfalz schrittweise Dieselzüge durch neue elektrische Akku-Hybridzüge ersetzt – für mehr klimafreundliche Mobilität in der Region.

© Stadler Deutschland GmbH

Am 25.11.2021 erfolgte die Zuschlagserteilung nach der Ausschreibung der Betriebsleistungen auf der Schiene im sogenannten „Pfalznetz“. Im Rahmen dieses Vergabeverfahrens hat der ZÖPNV Süd gemeinsam mit Partnern im Saarland und Baden-Württemberg die Verkehrsleistungen auf zahlreichen west- und südpfälzischen Bahnstrecken sowie auf weiterführenden Strecken ins Saarland und nach Karlsruhe neu vergeben. Diese Strecken werden auch künftig von der DB Regio AG betrieben.

Im Mittelpunkt dieser Ausschreibung stand das Thema Klimaschutz: Alle nicht elektrifizierten Strecken in der Südpfalz sowie die meisten Strecken in der Westpfalz werden schrittweise von Diesel- auf Elektrozüge umgestellt.

Umsetzung erfolgt schrittweise

Ab Frühjahr 2026 werden der Regionalexpress und die Regionalbahn zwischen Neustadt/Weinstr., Landau und Karlsruhe sowie die Regionalbahnverbindung zwischen Saarbrücken, Zweibrücken und Pirmasens mit den neuen Akkuzügen ausgestattet. Es folgen dann schrittweise zum Dezember 2026 die Bahnstrecken Kaiserslautern–Pirmasens, Kaiserslautern–Lauterecken und Kaiserslautern–Kusel. Im Dezember 2028 gehen dann die Queichtalbahn Landau–Pirmasens und im Dezember 2029 die Bahnstrecke Winden–Bad Bergzabern an den Start.

Ab Herbst 2026 sollen die neuen FLIRT-Akkuzüge zudem auf folgenden Linien zum Einsatz kommen:

  • RE 6 / RB 51: Neustadt – Landau – Kaiserslautern
  • RB 68: Saarbrücken – Zweibrücken – Pirmasens

Moderne Fahrzeuge für den Alltag

Zum Einsatz kommen insgesamt 44 sogenannte BEMU-Züge (Akku- und Oberleitungs-Hybridfahrzeuge) des Herstellers Stadler. Diese Fahrzeuge sind auf dem neuesten Stand der Technik und bieten unter anderem WLAN, Steckdosen sowie Fahrgastinformationen in Echtzeit.

Die Züge können Streckenabschnitte ohne Oberleitung mithilfe von Batterien überbrücken und beziehen ihre Energie auf elektrifizierten Abschnitten über den Fahrdraht. Durch den Einsatz dieser Technik können jährlich bis zu 6 Millionen Liter Dieselkraftstoff eingespart werden. In Verbindung mit dem Betrieb mit Ökostrom kann der Verkehr damit nahezu klimaneutral erfolgen.

Mehr Angebot und höherer Komfort

Gegenüber den heute eingesetzten Dieselfahrzeugen bieten die neuen Akkuzüge 172 Sitzplätze und damit rund 30 bis 60 zusätzliche Sitzplätze. Damit wird auch ein erwarteter weiterer Fahrgastzuwachs berücksichtigt. Ein ebenerdiger Einstieg an Bahnsteigen mit 55 cm Höhe, automatische Spaltüberbrückungen sowie barrierefreie Toiletten erleichtern die Nutzung für alle Fahrgäste.

Das Fahrplanangebot wird im Wesentlichen beibehalten und in einzelnen Bereichen verbessert. Der neue Verkehrsvertrag wird eine Laufzeit von Dezember 2025 bis Dezember 2040 haben.

Ausbau der Infrastruktur

Um den Betrieb der Akkuzüge sicherzustellen, wird eine neue Ladeinfrastruktur aufgebaut. Vorgesehen sind insgesamt fünf sogenannte Oberleitungsinselanlagen (OLIAS) in Landau, Winden, Pirmasens Nord, Lauterecken und Kusel. Ergänzend werden Teil-Elektrifizierungen umgesetzt, unter anderem in Kaiserslautern und Zweibrücken sowie auf ausgewählten Streckenabschnitten. Diese Infrastruktur stellt sicher, dass die Fahrzeuge ihre Batterien regelmäßig aufladen können und auch bei Baumaßnahmen oder Störungen zuverlässig betrieben werden können.

Um die schrittweise Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuge abzusichern, wurde ein Interimsvertrag mit der DB Regio AG abgeschlossen. Sollte es daher bei der Realisierung der erforderlichen Ladeinfrastruktur oder bei der Fahrzeugproduktion der Akkuzüge zu Verzögerungen kommen, können zum Weiterbetrieb einzelner Strecken Dieselfahrzeugen zum Einsatz kommen.

Neuland für den ZÖPNV Süd

Mit dem Einsatz dieser neuen Fahrzeugtechnologie beschreitet der ZÖPNV Süd Neuland: Erstmals wird in Rheinland-Pfalz ein Streckennetz von rund 240 Kilometern schrittweise von Diesel- auf Elektro-Traktion umgestellt. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Weiterentwicklung eines modernen, leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehrs in der Region.

Herausgeber: moveRLP